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Familie: Orchidaceae (Orchideen, Knabenkrautgewächse)

Zur Familie gehören ca. 800 Gattungen mit ca. 24000 Arten

Lippe gelb, schuhförmig aufgeblasen
> 1

Lippe nicht schuhförmig aufgeblasen
> 2

                                     

1     Lippe schuhförmig aufgeblasen


Gattung:
Frauenschuh (Cypripedium)

 

 

 

 

Pflanze 20 - 50 cm groß, 

Blütenstand ein- seltener auch 2- blütig
Lippe gelb, schuhförmig aufgeblasen

Perigonblätter bräunlich, die seitlichen schmal, meist gedreht, 
das obere und untere breiter

3 - 5 große, spitz eiförmige Blätter mit deutlichen Adern, unterseits flaumhaarig

 

 

2     Lippe nicht schuhförmig aufgeblasen

Blüten ahmen einen Insektenkörper nach
> 3

    

Blüten anders
> 4

 

3      Blüten ahmen einen Insektenkörper nach


Gattung:
Ragwurz (Ophrys)


hier: Hummel- Ragwurz

 

 

Pflanze 10 - 65 cm groß

Blüten ahmen einen Insektenkörper nach,
Lippe groß, mit verschiedener Zeichnung

Sepalen weiß, rosa oder grün

Blüten ohne Sporn

 

 

4     Blüten anders

Mittellappen der Lippe 3 - 4 mal länger als die Seitenzipfel
korkenzieherartig gedreht
> 5

Mittellappen und Seitenlappen der Lippe fädlich ausgezogen

> 6


Photo und copyright Jan Thomas Johansson

Mittellappen der Lippe kürzer
nicht korkenzieherartig gedreht oder fädlich ausgezogen
> 7

 

5      Mittellappen der Lippe 3 - 4 mal länger als die Seitenzipfel


Gattung:
Riemenzunge (Himantoglossum)

 

Pflanze 30 - 60 cm groß

Helm geschlossen

 Perigonblätter auf der Innenseite rotbraun gestreift
Lippengrund mit oder ohne rote Saftmale

Lippe dreiteilig,  mittlerer Teil 3 - 4 mal so lang wie die Seitenzipfel, bandförmig, spiralig gedreht, 3-6 cm lang

 

 

6      Mittellappen und Seitenlappen der Lippe fädlich ausgezogen


 Gattung:
Riemenzunge (Himantoglossum)


Photo und copyright Jan Thomas Johansson

 

 

 

 

Pflanze 20 - 70 cm groß,
kahl


Photo und copyright Heinz Müllauer

Blütenstand dicht oder locker, mit 5 - 25 Blüten


Photo und copyright Jan van Lent

Sepalen und Petalen zu 3/4 ihrer Länge zu einem Helm verwachsen
auf der Außenseite mit olivgrüner bis braunroter Färbung, seitliche Sepalen an der Spitze aufgekrümmt


Photo und copyright Jan van Lent

Lippe 55 - 63 mm lang, hellviolett, mit dunklen Saftmalen, in 3 Spitzen ausgezogen,
wobei der Mittellappen geteilt ist, alle 4 Spitzen fadenförmig verlängert (= "Bart")


Photo und copyright Jan van Lent

Sporn zylindrisch, hell, gekrümmt, etwas kürzer als der Fruchtknoten


Photo und copyright Jan van Lent

Tragblätter lanzettlich, braungrün, Tragblätter der unteren Blüten doppelt so lang wie der Fruchtknoten, nach oben kleiner werdend


Photo und copyright Jan van Lent

Stängel mit 3 - 5 Scheidenblättern, 
Mit 3 - 4 länglich eiförmigen Rosettenblätter, Rosettenblätter  7 - 15 cm lang, 2 - 4 cm breit


Photo und copyright Jan van Lent

 

 

7      Mittellappen der Blüten kürzer

Blüten meist mehrfarbig,
Lippe in Vorder- und Hinterlippe geteilt, Hinterlippe schüsselförmig
> 8

    

Blüten anders

> 9

 

 

8     Blüten meist mehrfarbig, Lippe in Vorder- und Hinterlippe geteilt, Hinterlippe schüsselförmig


Gattung:
Epipactis (Ständelwurz)

Eine ganz hervorragende Beschreibung des Aufbaus einer Epipactisblüte mit der Erklärung aller notwendigen Begriffe finden Sie hier:

http://www.aho-bayern.de/epipactis/glossar.html

 

 

Pflanze 20 - 80 cm groß

Sepalen, Petalen und Lippe meist mehrfarbig

Lippe groß, in Vorderlippe (Epichil) und Hinterlippe (Hypochil) gegliedert,
Hypochil napfförmig, mit grünem oder rotbraunem Boden

Um die Arten sicher unterscheiden zu können ist es wichtig den Aufbau einer Epipactis- Blüte zu kennen: Den vordere Teil des Labellums (= Lippe) nennt man Epichil, der hintere Teil heißt Hypochil. Das Epichil dient als Landebahn für ankommende Insekten, im Hypochil wird Nektar gebildet. Die Breite des Durchgangs zwischen Epichil und Hypochil ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Oberhalb des Hypochils befindet sich das Gynostegium (= Säulchen), welches durch Verschmelzung des einzigen Staubblattes mit dem Griffel entstanden ist. Dieses Säulchen besteht aus 4 Teilen: Unterhalb des Viscidiums (= Klebscheibe) befindet sich die Narbe, oberhalb die 2 hellgelben Pollinien (Pollensäcke). Darüber das dunkelgelbe Staubblatt (Anthere). Beim Besuch eines Insekt, haftet die Klebscheibe am Körper des Insekts und die Pollinien werden als Ganzes herausgerissen und zur nächsten Blüte transportiert


hier: Blüte von Epipactis helleborine

Vorderlippe am Übergang zur Hinterlippe oft mit Höckern (= Kalli)

Einige Arten werden durch Insekten bestäubt: Das Tier (z.B. eine Wespe) fliegt auf das Labellum, kriecht in die Blüten und stößt mit dem Kopf an das Viscidium (= Klebscheibe) . Beim Zurückziehen des Kopfes reißt sie die Pollensäcke aus dem Gynostegium (= Säulchen), fliegt zur nächsten Blüten und übeträgt die Pollensäcke auf die Narbe


Photo und copyright Uwe Grabner

 Andere Arten sind autogam d.h sie befruchten sich selber. Bei diesen Arten fehlt das Viscidium oder es vertrocknet rasch und ist damit nicht funktionsfähig, die Pollinien bei den autogamen Arten beginnen sehr früh zu zerbröseln


Photo und copyright Uwe Grabner

Blüten ohne Sporn

 

 

9      Blüten anders

Pflanze ohne grüne Blätter, höchstens mit Schuppenblättern
> Pflanze ohne grüne Blätter

   
Photo und copyright Marco Klüber

Pflanze mit grünen Blättern
>
Pflanze mit grünen Blättern