Home Nach oben Artenverzeichnis Familien Bestimmung Exkursionen Hilfe

Gattung: Lunaria (Silberblatt, Mondviole)

Zur Gattung gehören 3 Arten.
In den Schlüsseln sind 3 Arten und 2 Unterarten enthalten

Obere Blätter sitzend
Schötchen bzw. Scheidewand der Schötchen eirundlich, an beiden Enden abgerundet
> 1

       

Alle Blätter gestielt
Schötchen bzw. Scheidewand der Schötchen elliptisch, an beiden Enden spitz
> 2

         

 

1          Obere Blätter sitzend, Schötchen bzw. Scheidewand der Schötchen eirundlich, an beiden Enden abgerundet


Lunaria annua L.
(Einjähriges Silberblatt)

IV - VI, Gärten, Ruderalstellen, Wälder
              Günzburg, Donaudamm gegenüber der der Kläranlage (28.04.2005)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Judas-Silberling, Judas-Pfennig, Silbertaler, Kurzlebige Mondviole
Lunaria ovalis Stokes

English name:
Annual Honesty

Nom francais:
Lunaire annuelle, Monnaie du pape

Nome italiano:
Lunaria meridionale, Erba d'argento

Verbreitung in Deutschland:
In BW und BY stark in Ausbreitung und lokal eingebürgert

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
Italy, 
Croatia, Albania, 
Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East, Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., E- Aegean Isl., Kiklades, Crete)

Bulgaria, Romania, Russia

Eingebürgert in:
*Austria, *Germany, *Switzerland, 
*Portugal, *Spain, *France, *Corsica, *Sardinia, *Sicily
*Azores, *Madeira, *England, *Belgium, *Netherlands, *Norway, *Sweden, 
*Hungary, *Poland, *Pakistan, *Canada, *USA

2n = 30

Etymologie:
- Lunaria: abgeleitet von Luna = Mond (die Scheidewände der Früchte sind silbrig- weiß)
- annua: einjährig

Sind noch keine Früchte vorhanden könnte man die Art mit der Nachtviole (Hesperis matronalis) verwechseln. Diese Art hat jedoch länglich eiförmige und wesentlich schwächer gesägte Blätter.

 

 

 

Pflanze 30 - 100 cm groß
Blütenstand rispig

Blüten purpurrot, zwittrig, 4 Kronblätter, 4 Kelchblätter, 6 Staubblätter, 1 Griffel

Kronblätter 15 - 25 mm lang, lang genagelt, mit dunkleren Nerven

Kelchblätter violett,  5 - 10 mm lang, die inneren gesackt


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Blüten am Grund mit Nektardrüsen
Fruchtknoten oberständig, Narbe 2 lappig, 


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Antheren länglich, herablaufend, Filamente kräftig


Photo und copyright Trajche Dimitrovski

Schötchen 20 - 70 mm lang, 15 - 35 mm breit, zunächst grün, rundlich, flach, an beiden Enden abgerundet, mit 4 - 6 Samen, Karpophor (Fruchtträger) 5 - 20 mm lang


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Bei Reife die Samen werden entlassen, während die papierdünne, silbrige Fruchtscheidewand oft den ganzen Winter an der Pflanze verbleibt. Die getrockneten Pflanzen mit den "Silbertalern" werden oft zu Dekorationszwecken in Vasen gestellt


Schötchen bzw. Scheidewand der Schötchen rundlich, Griffel bleibend (07.11.2008)

Samen nierenförmig, flach, geflügelt


Photo und copyright Jesús Vílchez

Obere Blätter sitzend, herzförmig, gezähnt

Untere Blätter gestielt

Wurzeln je nach Unterart dünn oder spindelförmig


Photo und copyright Trajche Dimitrovski

 

 

2         Alle Blätter gestielt, Schötchen bzw. Scheidewand der Schötchen elliptisch, an beiden Enden spitz

Verbreitung: Serbien, Montenegro, Albanien
Aussackung des Kelches ca. 2,5 mm lang
Früchte am Rand gewimpert, Karpophor ca. 1 mm lang
> 3


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Weit verbreitete Art
Aussackung des Kelches 1 mm lang
Früchte am Rand kahl, Karpophor 25 - 40 mm lang
> 4

 

3       Früchte am Rand gewimpert, Karpophor ca. 1 mm lang


Lunaria telekiana Jav.
(Telekis Silberblatt)


Photo und copyright Dmitar Lakusic

V - VII, Steinige Hänge (1450 - 1500 m)
               Kotlovi, Prokletije- Gebirge, Montenegro, 1450 m ü.M. (Dmitar Lakusic 25.07.2011)

Synonyme:
Telekis Mondviole

English name:
Teleki's Honesty

Weltweite Verbreitung:
Serbia, Montenegro, Albania

Etymologie:
- Lunaria: abgeleitet von Luna = Mond (die Scheidewände der Früchte sind silbrig- weiß)
- telekiana: benannt nach Graf Samuel Teleki von Szek
(1879–1941)
Der ungarische Botaniker Sándor Jávorka entdeckte die Pflanze auf einer Forschungsreise in den albanischen Alpen und beschrieb sie 1920 als neue Art. Er widmete den Namen Pál Teleki, da dieser die Expedition unterstützt und finanziert hatte.

Die Vorkommen von Lunaria telekiana auf dem Balkan werden beschrieben in der Publikation "Distribution of Lunaria telekiana(Brassicaceae), a poorly known species of European concern" (2012) von Dmitar Lakusic et al.

 

 

 

Pflanze 30 - 140 cm groß
Stängel aufrecht, beblättert, auch die oberen Blätter gestielt
Blütenstand traubig- rispig


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Blüten hellviolett, zwittrig, mit 4 Kronblättern, 4 Kelchblättern, 6 Staubblätter, 1 Griffel,
Kronblätter 12 mm lang


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Aussackung des Kelches ca. 2,5 mm lang


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Früchte elliptisch, 30 - 50 mm lang, flach, an beiden Enden spitz,
am Rand bewimpert, Griffel 2 - 5 mm


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Karpophor (Fruchtträger) 1 mm lang


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Bei Reife die Samen werden entlassen, während die papierdünne, silbrige Fruchtscheidewand oft den ganzen Winter an der Pflanze verbleibt. Scheidewand silbrig, elliptisch, oft +/- verdreht, an einem 1 - 4 cm langen gebogenen Fruchtträger hängend

Stängel abstehend borstig behaart


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Untere Blätter herzförmig, scharf gezähnt, lang gestielt


Photo und copyright Dmitar Lakusic

Wurzeln nicht spindelförmig verdickt


Photo und copyright Dmitar Lakusic

 

 

4        Früchte am Rand kahl, Karpophor 25 - 40 mm lang


Lunaria rediviva L.
(
Ausdauerndes Silberblatt)

V - VII, Wälder (200 - 800 m)
              Lonetal, Waldrand, Baden- Württemberg, ca. 490 m ü.M. (05.06.2006)

Synonyme:
Gewöhnliche Mondviole, Wildes Silberblatt
Lunaria alpina Berger.

English name:
Perennial Honesty

Nom francais:
Lunaire vivace

Nome italiano: 
Lunaria comune

Verbreitung in Deutschland:
Mäßig häufig Alpen und höhere Mittelgebirge (Bayerischer Wald selten); restliche Mitte und Süden Einzelfunde (fast nur in höheren Lagen) 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: Neophyt, Brandenburg: unbeständig, Hessen: nicht gefährdet, Niedersachsen: 3 (gefährdet), Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Sachsen: V (Vorwarnliste), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland,
France, Italy, Sardinia, Sicily, 
Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Montenegro, Serbia & Kosovo, Macedonia, Albania, 
Belgium, Denmark, Sweden,
Czech Republic, Slovakia, Hungary, Poland, Romania, Bulgaria, Baltic States, Russia, Ukraine, 

Eingebürgert in:
*Portugal, *Spain,
*England, *USA

2n = 30

Etymologie:
- Lunaria: abgeleitet von Luna = Mond (die Scheidewände der Früchte sind silbrig- weiß)
- rediviva:  abgeleitete von lat. re = wieder und vivus = leben. Carl von Linné wählte diesen Namen, weil Lunaria rediviva im Gegensatz zu Lunaria annua mehrjährig ist. Die Pflanze zieht im Winter ein und treibt im Frühjahr aus ihrem Wurzelstock verlässlich wieder aus.

Sind noch keine Früchte vorhanden könnte man die Art mit der Nachtviole (Hesperis matronalis) verwechseln. Diese Art hat jedoch länglich eiförmige und wesentlich schwächer gesägte Blätter.

 

 

 

Pflanze 30 - 140 cm groß
aufrecht

Alle Blätter gestielt


Photo und copyright ©PHOTOFLORA- Jean- Luc Tasset

Blütenstand traubig- rispig

Blüten hellviolett, zwittrig, mit 4 Kronblättern, 4 Kelchblättern, 6 Staubblätter, 1 Griffel,
Kronblätter 12 - 20 mm lang

Aussackung des Kelches ca. 1 mm lang


Photo und copyright ©PHOTOFLORA- Jean- Luc Tasset

Früchte elliptisch, 30 - 90 mm lang, 12 - 38 mm breit, flach, an beiden Enden spitz,
am Rand kahl, Griffel 2 - 5 mm

Karpophor (Fruchtträger) 25 - 40 mm lang

Bei Reife die Samen werden entlassen, während die papierdünne, silbrige Fruchtscheidewand oft den ganzen Winter an der Pflanze verbleibt. Scheidewand silbrig, elliptisch, oft +/- verdreht, an einem 1 - 4 cm langen gebogenen Fruchtträger hängend

Untere Blätter herzförmig, scharf gezähnt

Untere Blätter lang gestielt